Das Outdoor-Blog Mobil

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Ich hatte inzwischen schon verschiedene Busse welche ich als Mobiles Zuhause nutze. Doch dann hatte ich einige Zeit nur einen Kombi und dieser war zum übernachten eher ungeeignet. So wuchs in mir der Wunsch nach einem Bus. Immer wieder suchte ich im Internet nach einem geeigneten Fahrzeug. Immer wieder liebäugelte ich mit einem VW Bus, doch diese sind mir einfach zu teuer. Durch einen guten Freund, den Robert, bin ich auf eine gute Alternative gestoßen. Den Fiat Scudo, oder dessen baugleiche Brüder von Peugeot und Citroen. Dann war es endlich soweit. In Kaufbeuren habe ich einen Fiat Scudo gefunden, probegefahren und schließlich gekauft. Ich habe mich bewusst für ein ehemaliges Firmenfahrzeug entschieden, da diese erstens günstiger sind und zweitens falle ich nicht so als Wildcamper auf.

Der Ausbau

Da das Fahrzeug die meiste Zeit nur als normales Auto gefahren wird, wollte ich den Ausbau eher schlicht gestalten. Ich wollte bewusst auch auf eine Küche verzichten, da dies nur unnötig Geruch und Feuchtigkeit ins Auto bringt.

Die Elektrik

An der Bordelektrik wollte ich nicht viel machen, da ich denke für etwas LED Licht reicht die Batterie locker aus und wenn wir länger unterwegs sind gibt es entweder Strom am Campingplatz oder wird während der Fahrt geladen. So habe ich lediglich eine zusätzliche LED Innenleuchte gegenüber der Schiebetür angebracht und einen Anschluss für das Ladegerät geschaffen. Dafür nutzte ich eine Dauerplus Leitung die ich hinten für die Anhängersteckdose gefunden habe. Diese wurde einfach mit einem kleinen Sicherungskasten erweitert. Hier sind nun die zusätzlichen Verbraucher abgesichert und ich habe noch Reserven für Erweiterungen.


Da ich gerne auf einem Campingplatz die Batterie laden und meinen Laptop oder ähnliches benutzen möchte, musste noch eine 230 Volt Anlage rein. Diese habe ich selbst eingebaut, wenn Ihr das vorhabt informiert Euch bitte vorher über die Vorschriften und macht das nur wenn Ihr wirklich wisst was Ihr da macht! Als erstes musste ich ein Loch in die Karosserie von meinem neuen Auto fräsen. Hier kommt die Einspeisung rein. Dann wurde ein Gummikabel an die Stellen verlegt wo ich die Steckdosen vorgesehen habe. Anschließend wurden die Steckdosen in die Verkleidung gefräßt und angeschlossen. Die Einspeisung habe ich im Hinteren Teil des Auto auf der Fahrerseite gemacht. Im Innenraum habe ich eine Steckdose im hinteren Teil, für das Ladegerät und drei Steckdosen vorne hinter dem Fahrersitz für diverse Geräte.

Die Verkleidung

Das erste was ich am „Wohnbereich“ geändert hatte war die Trennwand. Da es hinten keine Fenster gibt ist es sehr dunkel und so habe ich beschlossen die Trennwand zu entfernen. Hierzu mussten einige Schrauben entfernt und auch einige Nieten aufgebohrt werden. Die entfernte Trennwand hat auch den Vorteil das ich jederzeit nach vorne klettern kann und so wegfahren kann ohne das Auto zu verlassen. Dann habe ich eine neue Innenverkleidung bestellt. Die alte Verkleidung hatte schon sehr deutliche Gebrauchsspuren und war nur im unteren Teil angebracht. Ich habe mir bei einer Firma die sich auf solche Verkleidungen spezialisiert hat eine Verkleidung aus Kunststoff bestellt. Da dieser keine Feuchtigkeit aufnimmt.

Der Bodenbelag

Als ich das Auto gekauft habe war bereits ein Holzboden aus OSB Platten drin. Diesen fand ich generell nicht schlecht, aber für den Wohnraum zu ungemütlich. Also überlegte ich was ich mit dem Boden mache. Da ein Teppichboden zu anfällig für Schmutz und Feuchtigkeit ist kam dieser nicht in Frage. So redete ich mit einem Bodenleger und dieser hatte für mich noch einen Rest Linoleum in Blau. Das war zwar eigentlich nicht das was ich ursprünglich wollte aber passte ganz gut und vor allem war es kostenlos. Um den Belag ins Auto zu bekommen habe ich erst einmal alles raus geräumt. Anschließend habe ich mir von einer Rolle dicken Papier ein Stück abgeschnitten was in das Auto passt und mir daraus eine Schablobe gemacht. Mit dieser konnte ich wunderbar neben dem Auto den Belag zuschneiden. Den zugeschnittenen Boden habe ich im Auto noch ein wenig angepasst und anschließend mit Doppelseitigen Klebeband befestigt. Als letztes habe ich die Fuge mit Silikon ausgefugt. Hierbei ist es wichtig kein normales Sanitärsilikon zu nehmen, denn dies enthält Essigsäure und kann das Fahrzeugblech angreifen.

Die Dämmung

Damit das Auto im Sommer nicht so heiß wird und in der Nacht nicht so stark auskühlt sollte eine Dämmung rein. Ich habe mich für den Extrem Isolator von Reimo entschieden. Das sind recht Große Platten aus einem Material ähnlich wie Isomatten. Es gibt den Isolator in verschiedenen Stärken, ich habe mich für 1,5 cm entschieden. Diese Matten werden zugeschnitten und anschließend mit Kleber an das Fahrzeug geklebt. Diese Variante würde ich jedoch nicht noch einmal wählen. Bei meinem nächsten Ausbau nehme ich auf alle Fälle selbstklebende Matten. Vermutlich werde ich auch nicht die von Reimo nehmen. Denn die Matten von Armaflex sind viel flexibler und passen sich viel bessern an das Fahrzeug an. Doch ganz sicher kommt mir nicht mehr ins Auto was nicht selbstklebend ist. Es war eine schreckliche matscherei den Kleber aufzutragen und das Auto hat lange nach Kleber gestunken.

Das Bett

Kurz nach dem ich das neue Auto gekauft hatte stand der Familienurlaub an, doch noch hatten wir kein Bett im Auto. Da ich am Anfang nicht vorhatte den Bus komplett auszubauen haben wir zwei faltbare Gästematratzen in Amazon gekauft. Das hat auch ganz gut funktioniert und wir haben super im Auto geschlafen, doch es fehlte uns einfach an Stauraum. Es gab keine Möglichkeit irgendetwas im Auto zu verstauen. Wir waren die ganze Zeit immer damit beschäftigt alles wieder zu verräumen. Zum Glück hatten wir den Anhänger dabei und so konnten wir unsere Sachen lagern.


In diesem Urlaub merkte ich das die Lösung mit den Matratzen nicht optimal ist. Ich suchte lange im Internet und schaute mir verschiedene Lösungen an. Immer wieder stieß ich dabei auf die Betten von VanEssa. Doch diese sind nicht gerade billig. Als es Ende des Jahre eine Rabattaktion bei VanEssa gab, machte ich einen Termin aus um mir das System in meinem Auto anzusehen. Gemeinsam mit Frau und Kind fuhren wir dann zum Werk. Hier wurden uns verschiedene Systeme vorgestellt und vorgeführt. Letztendlich hat mir die Firma dann das Bett auf mein Fahrzeug angepasst und ich habe jetzt ein Bett was etwas niedriger ist im Auto. Dann folgte die Wahl der Matratze. Es gibt sie in zwei verschiedenen Ausführungen. Da ich die Entscheidung meiner Frau überließ haben wir jetzt die bessere und teurere Matratze im Auto. Mit dem Bett sind wir sehr zufrieden. Es gibt unter dem Bett viel Stauraum und es schläft sich toll darauf. Auch die Befestigung ist eine tolle Lösung, wenn ich was transportieren möchte kann ich das Bett schnell ausbauen. Es müssen lediglich 4 Schrauben gelöst werden und schon kann ich das gesamte Bett rausnehmen.

Die Standheizung

Lange habe ich hin und her überlegt ob ich eine Standheizung brauche. Eigentlich hatte ich das Thema für mich schon abgehackt, da es erstens zu teuer und zweitens zu kompliziert ist eine Heizung einzubauen. Doch dann habe ich auf YouTube ein Video vom T4Oskar gesehen, wo eine Standheizung in einen T4 Bus eingebaut wurde. Das hat mich wieder neugierig auf dieses Thema gemacht. So habe ich mich wieder mit der Heizung beschäftigt. Und musste feststellen das es nicht so kompliziert ist eine einzubauen und das es auch recht günstige Heizungen gibt. Da mir die Firma Tiger Exped beim Preis für eine Planar D2 noch entgegengekommen ist, war es für mich klar, ich muss so eine Heizung haben. Als die Heizung dann bei mir war ging es zum Robert. Gemeinsam haben wir uns an die Arbeit gemacht. Wir haben viel gemessen und überlegt wo die Standheizung am besten hin könnte. Dann ging es los, wir haben ein kleines Probeloch ins Auto gebohrt. Da wir uns nicht vermessen hatten wurden jetzt weitere kleine Löcher gebohrt und dann vergrößert. Zu der Heizung hatte ich einen Einbauflansch bestellt. Dieser Flansch sorgt das wir nur ein Loch in den Boden schneiden mussten und auch der Bodenaufbau störte so nicht. Mit der Stichsäge haben wir die Bohrlöcher zu dem benötigten großen Loch verbunden. Anschließend wurden die Kannten versiegelt. Jetzt war bereits die Heizung selbst im Auto verbaut. Als nächstes mussten wir unter dem Auto weiter machen. Natürlich wurde der Flansch mit Dichtmasse abgedichtet. Dann wurden Zu- und Abluft verlegt. Jetzt musste noch der Kraftstoff zur Heizung. Das war nicht ganz so leicht. Hierfür benötigten wir spezielle Teile die nicht ohne weiteres zu bekommen sind. Am besten lässt man sich dabei von einem Profi helfen. Nach dem das alles fertig war konnten wir die Heizung laufen lassen und seit dem leistet sie hervorragende Dienste in meinem Auto.

Der Schrank

Nach dem im Innenraum eine Standheizung mitten im Auto war musste dafür eine Verkleidung her. So beschloss ich um diese herum einen Schrank zu bauen. Dieser Schrank sollte die Heizung verstecken und zusätzlich Stauraum bieten. Außerdem wollte ich einen kleinen Tisch oben drauf haben wo ich meinen Laptop oder etwas ähnliches drauf legen kann. Hier war mir wieder der Robert behilflich. Gemeinsam ordneten wir die Vorstellung in meinem Kopf und bauten den Schrank. Der unterste Teil ist genauso breit das er zwischen die Stützen vom Bett passt und das Bett ganz knapp darüber geht. Hier wird die Heizung unter einem Brett versteckt und es gibt hinter der Tür noch Stauraum. Dadrüber befindet sich ein schmaleres Fach. Hier mussten wir genau messen damit das Bett daran vorbei geht und das Fach nicht zu klein wird. Als nächstes wurde oben Drauf die Tischplatte befestigt. Sie ist nach oben klappbar, so kann ich den Tisch wegklappen wenn dieser nicht benötigt wird.

Ist der Ausbau fertig?

Ob der Ausbau fertig ist weiß ich noch nicht genau. Zur Zeit finde ich das ganze ziemlich gut, doch einige Kleinigkeiten schweben mir noch vor und immer wenn ich unterwegs bin habe ich neue Ideen. Wenn Euch das Thema interessiert, oder Ihr noch mehr Fotos sehen wollt lasst es mich Doch wissen, dann berichte ich weiter von dem Mobil.

über Markus

Markus ist ein leidenschaftlicher Bergsteiger, Fotograf und Blogger. So oft es irgendwie geht zieht es ihn in die Natur. Aus dieser Leidenschaft heraus hat er den Outdoor-Blog.org ins Leben gerufen, hier berichtet er von seinen kleinen und großen Abenteuern.

3 Replies to “Das Outdoor-Blog Mobil”

  1. Hi Markus,

    das ist ja mal krass! Bin mal gespannt, die Karre zu testen auf ner Bergtour. Wahnsinn, was du da verändert hast! Das ja jetzt n richtiges Zuhause…

    LG
    Flo

  2. Hallo Markus,

    Danke für den Artikel! Ich schaue mich auch schon lange vergeblich nach einem VW Bus um… Vielleicht folge ich irgendwann Deinem Beispiel und baue mir auch was Kleineres um.

    Gruß, Thomas

    • Hallo Thomas,
      Mein Auto ist nicht kleiner als ein VW Bus, er ist lediglich im inneren etwas kürzer. Wenn Du den in der lange Version nimmst ist er innen genauso groß wie der VW aber außen etwas länger.

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