In den Wolken, auf den Geierköpfen

Wie so oft klingelte der Wecker an einem Samstag Morgen viel zu früh, doch die Aussicht auf eine tolle Wanderung ließ mich schnell aus dem Bett kommen. Nachdem ich gefrühstückt hatte schnappte ich mir meinen Hund den Leon und ging zum Auto wo der Maik schon auf mich wartete. Nach circa 1,5 Stunden fahrt erreichten wir den Plansee, dort wurde das Auto kurz hinter dem Campingplatz am Waldrand geparkt. Die ersten Meter der Wanderung waren sehr entspannt, es ging ein Stück am See entlang. Nach kurzer Zeit änderte sich das aber, wir bogen nach links in den Wald ab. Jetzt wurde es anstrengend, es ging steil bergauf. Dabei gab es immer wieder tolle Ausblicke auf den (noch) sonnigen Plansee. Nach einiger Zeit des bergauf Gehens erreichten wir die Zwerchenberg-Jagdhütte. Hier war bereits der Westgipfel der Geierköpfe zu sehen, aber wir sahen auch wie sich die Wolken langsam an ihm sammelten. Nach einer kurzen Pause verließen wir die Hütte wieder und gingen weiter. Auf einem ausgewaschenem Weg ging es durch Latschen nach oben, bis diese irgendwann endeten. Mit zunehmender Höhe verließ uns auch die Aussicht, es wurde immer nebliger. Auf einem schmalen Pfad ging es nun durch die Wolken zum Gipfel, dabei gab es die ein oder andere Kraxelstelle zu überwinden. Am Gipfel waren wir nicht alleine, unter anderem trafen wir hier 3 Radfahrer welche ihr Gefährt den Berg nach oben geschleppt haben und dann mit diesem nach unten zu fahren. Im Gegensatz zu allen anderen beschlossen wir nicht wieder abzusteigen, sondern den Grat weiter zu gehen. Bis zum mittleren Gipfel war es noch relativ leicht den Weg zu bewältigen, es musste nur wenige Kletterstellen an brösligem Fels überwunden werden und auch der Weg war halbwegs zu erkennen. Doch das Stück zum Ostgipfel war schon extrem schwierig. Der Weg war kaum zu erahnen, wir mussten immer wieder zurückgehen da wir an einem Abgrund standen welcher nicht zu überwinden war und es gab viele Kletterstellen im brösligen Fels. Kurz vor dem letzten Gipfel wurde der Weg dann wieder leichter, ab hier geht es auf einem schmalen Pfad zum Ostgipfel. Nach einer kurzen Pause folgten wir dem Weg nach unten. Nachdem wir ein Stück abgestiegen waren wurde die Sicht etwas besser, da wir nun unter den Wolken waren. An einem Wegweiser haben wir dann den Fehler gemacht „abzukürzen“. Anfangs ging dies auch alles noch recht gut und wir entdeckten einige sehr schöne Wasserfälle. Doch nachdem wir dem Bach eine Zeit lang folgten und dabei viele schwierige Stellen meisterten, standen wir vor einem unüberwindbaren Abhang. Jetzt blieb uns nichts anderes mehr übrig als irgendwie den Berg durch die Latschen nach oben zu gehen. Leider war dies nicht ganz so einfach wie erhofft. Nach 1,5 Stunden in und unter den Latschen erreichten wir wieder den Weg kurz vor der Stelle an welcher wir „abkürzten“. Am Wegweiser verließen wir diesmal nicht den Weg sondern folgten diesem den Berg nach unten. Auf einem schmalen Pfad ging es eine ganze Weile am Hang entlang nach unten, dabei querten wir immer wieder Stellen an denen im Winter wahrscheinlich viele Lawinen abgehen. Auf einem Schotterfeld erreichten wir dann wieder die Straße zum Plansee, leider noch viel weiter weg von unserem Ziel als wir befürchtet hatten. Auf dem langen Fußmarsch wurden wir noch mit einem traumhaften Alpenglühen der Geierköpfe belohnt.


über Markus

Markus ist ein leidenschaftlicher Bergsteiger, Fotograf und Blogger. So oft es irgendwie geht zieht es ihn in die Natur. Aus dieser Leidenschaft heraus hat er den Outdoor-Blog.org ins Leben gerufen, hier berichtet er von seinen kleinen und großen Abenteuern.

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