Eine Woche im Adamello Park

Eine Woche im Adamello Park

Vor zwei Jahren war ich mit meinem Vater bereits eine Woche auf Hüttentour in der Texelgruppe. Dieses Jahr sollte es endlich wieder soweit sein und wir wollten eine Woche in der Adamello Region in den Ital. Alpen wandern gehen und ich habe mich schon riesig darauf gefreut. Da mein Vater nicht in der nähe wohnt ist er schon am Freitag Abend zu mir gekommen. Allerdings wollten wir am nächsten Tag früh losfahren um nicht im Stau zu stehen und so ging es schnell ins Bett.

Tag 1 – Anreise und Aufstieg

Nach einer kurzen Nacht und einem kleinen Frühstück ging es los. Da wir bereits die Vignette für Österreich besorgt hatten konnten wir ohne Zwischenstop durch da Inntal in Richtung Brenner fahren. Auch für die Europabrücke am Brenner hatten wir bereits Videomaut gebucht, so öffneten sich die Schranken wie von Geisterhand und wir konnten weiter in Richtung Italien fahren. Nur für die Ital. Autobahnen konnten wir nicht vorher buchen, so mussten wir kurz nach dem Brenner stoppen und auch als wir die Autobahn Kurz nach Bozen wieder verließen. Jetzt ging es weiter über kleine Straße und Pässe nach Temú, wo wir das Auto auf dem Parkplatz der Seilbahn abstellen. Es wurden noch schnell die bequemen Schuhe gegen Wanderschuhe getauscht und die schweren Rucksäcke geschultert, dann ging es endlich richtig los. Wir verließen den Ort und wanderten anfangs auf einer Straße entlang weg von Temú. Der Weg führte uns schnell in den Wald hinein und es ging jetzt leicht bergauf. Schon bald änderte sich der Boden, es ging jetzt auf einem Forstweg weiter. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir jedoch noch nicht das es sich immer noch um eine öffentliche Straße handelt, an deren ende, mitten im Wald, befindet sich noch ein Parkplatz. Kurz danach wurde es steiler. Jetzt ging es in vielen Serpentinen steil nach oben, bis irgendwann einige Gebäude vor uns Auftauchten. kurz bevor wir diese erreichten begann es zu regnen, wir beschlossen die Gelegenheit zu nutzen und eine Pause einzulegen. Bei einem der verlassenen Gebäude stand die Tür offen und so nutzen wir diese als unterstand. Als der Regen aufgehört hatte beendeten wir unsere Pause und es ging weiter. Ein breiter Weg führte uns jetzt an zwei Stauseen vorbei und Ende des zweiten ging es durch einen dunklen Tunnel nach oben zum dritten. Um diesen führte uns jetzt ein schmaler Pfad herum, dabei ging es immer leicht bergauf und es galt immer wieder kleine Bäche oder Wasserfälle zu überqueren. Als wir um den See herum waren wurde es wieder steil und dadurch auch anstrengend. Immer weiter ging es in einer extrem schönen Landschaft bergauf. Dabei kamen wir immer mehr ins schnaufen und irgendwann tauchte vor uns endlich der letzte Stausee an dem unsere Hütte lag auf. Jetzt trennten uns nur noch wenige Meter von unserem Tagesziel, der Refugio Garibaldi. Hier bezogen wir fix ein Doppelzimmer, dann ging es zum Abendessen und nach einem tollen Sonnenuntergang fielen wir ins Bett.


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Tag 2 – Nach der Tour rockt die Hütte

Den zweiten Tag lassen wir sehr entspannt angehen. Während wir beim Frühstück sitzen beginnt es zu regnen, daher beschließen wir uns Zeit zu lassen und zu warten bis es wieder aufhört. Dann ist es endlich soweit das Warten hat ein Ende und wir marschieren los. Über die Staumauer ging es auf die andere Seite vom See, hier folgten wir einem Pfad den Berg nach oben. Dann lag eine Hochebene vor uns welche wir überqueren mussten um zu unserem ersten Pass zu gelangen. Auf dem Weg zum Pass kamen wir auch das erste mal mit Schnee in Kontakt, doch dieser stellte kein wirkliches Problem dar. Dann wurde es steil. Zwar lag im Pass noch viel Schnee aber dieser störte uns nur wenig da wir am Rand vorbeigehen konnten. Auf der anderen Seite ging es wieder steil nach unten. Hier ging es zu einem weiteren Stausee und dieser lag sogar noch tiefer als unsere Starthütte. Kurz vor dem See ging es an vielen Überresten von Gebäuden oder Seilbahnen vorbei, ich vermute das es sich um Überreste aus dem ersten Weltkrieg handelt. Als wir den See an der Staumauer überqueren beobachten wir wie immer mehr dunkle Wolken in das Tal ziehen. Daher wurde kurzerhand beschlossen an einem offenen Gebäude eine Pause einzulegen. Nach dem wir uns mit Brot und Käse gestärkt hatten ging es weiter, schließlich konnten wir ja nicht den ganzen Tag auf besseres Wetter warten. Jetzt ging es wieder Steil nach oben, vor uns lag ein weiterer Pass mit fast 3000 Metern höhe. Je höher wir dabei kommen desto öfter müssen wir durch Schnee und irgendwann schon ziemlich weit oben lag ein großes Schneefeld vor uns. Zu allem Überfluss wurde es hier auch noch richtig steil. Es hilft nix und so quälen wir uns immer weiter durch den Schnee nach oben, zum Glück war dieser noch recht fest und wir konnten relativ gut dadrin gehen. Dann war endlich das Ende der weißen Pracht erreicht und es ging in den Fels. Das war nach der Anstrengung eine echte Wohltat. Schon bald hatten wir den höchsten Punkt des Tages und unserer Tour erreicht. Jetzt ging es nur noch Bergab. Die meiste Zeit ging es durch große Felsblöcke, aber auch durch Schnee, doch beim Abstieg war dieser deutlich angenehmer. Doch dafür verdunkelte sich der Himmel immer weiter, es begann zu regnen und zu donnern. Da es hier oben keine Möglichkeit zum unterstellen gab mussten wir weiter und nach einiger Zeit tauchte vor uns ein weiterer See auf. Als wir näher kamen entdeckten wir dort auch ein Haus, das musste unser Tagesziel sein. Schon bald standen wir im Refugio F. Tonolini. Hier wurden wir vom Wirt freundlich begrüßt und aus dem Radio schallte zu meiner Freude Rockmusik. Jetzt störte uns der Regen auch nicht mehr, es war sogar sehr interessant zu beobachten wie die Wolken aus dem Tal zu uns nach oben ziehen. Beim Abendessen stellten wir fest das außer uns nur noch die zwei Hüttenwirte da waren.


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Tag 3 – Sonne und Schnee

Am nächsten Morgen beim Frühstück ist vom Regen nichts mehr zu sehen und die Sonne scheint. So machen wir uns gut gelaunt wieder auf den Weg und es geht erst einmal bergab. Ein schmaler Pfad führt uns zu dem Stausee etwas unterhalb der Hütte. An der Staumauer befindet sich schon die nächste Hütte, das Refugio Baitone. Außerdem gab es hier aber auch noch einige andere Gebäude, doch die meisten davon sahen eher etwas verlassen aus. Da es noch nicht Mittag und erst recht nicht Abend ist gehen wir weiter. Von der Staumauer aus geht es noch ein wenig bergab dann queren wir am Hang entlang. Ein schmaler und an einigen Stellen mit Seilen versicherter Steig führt uns ohne große Höhenänderung weiter. Von hier gab es eine tolle Aussicht auf das unter uns liegende Tal und eine interessante Landschaftskante. Dabei konnten wir sogar beobachten wie eine Herde Schafe nach oben getrieben wurde. Doch plötzlich wurde die Ruhe unterbrochen. Ein Hubschrauber war zu hören, doch zum Glück war nichts passiert. Es wurden lediglich Versorgungsflüge von einer Alm zur Refugio Gnutti gemacht. Die Landschaft wurde wieder freundlicher und grüner. So wanderten wir jetzt vorbei an blühenden Alpenrosen und etwas später tauchte vor uns an einem weiteren See die nächste Hütte auf. Jetzt konnten wir auch schön sehen wie der Heli das Material an der Refugio Gnutti ablädt. Unser Weg führte uns weiter etwas an der Hütte vorbei und es ging wieder bergauf. Bald wurde die Landschaft auch wieder gröber, es ging wieder einmal über Steinblöcke nach oben. Doch bevor es richtig steil wurde gönnten wir uns noch eine Pause, wir stärkten uns mit Brot, Käse und genossen die Aussicht. Nach der Pause dauerte es nicht mehr lange und wir hatten wieder mit Schnee zu kämpfen, doch diesmal war er ziemlich unangenehm. Ständig stecken wir bis zum Knie in einem Loch, daher war es extrem anstrengend nach oben zu gelangen. Doch dann endlich hatten wir den Pass erklommen und zu unserer großen Erleichterung war die andere Seite nahezu Schneefrei. Ein schmaler Pfad führte uns jetzt wieder bergab. Immer wieder ging es dabei über Blockfelder und vereinzelt auch über Schnee, doch auf dieser Seite war er nicht mehr so ätzend zu gehen. Weiter unten war es dann mit dem Schnee endgültig vorbei, dafür war der Weg immer öfter vom Wasser überspült. Zum Teil war es eher ein Bach als ein Weg und etwas weiter unten folgten noch einige Seilversicherte Passagen. Dann hatten wir das gröbste vom Abstieg überstanden, der Pfad führte uns jetzt durch eine mit Steine übersäte Wiesenlandschaft weiter. Wenig später tauchte vor uns erneut eine Hütte auf. Es war das Refugio Prudenzini, unser Tagesziel. Hier konnte der Hüttenwirt sogar etwas Deutsch, so konnte er uns noch Mut machen für unsere nächste Etappe. Da wir wieder die einzigen Gäste sind gab es wieder ein eigenes Zimmer für uns.


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Tag 4 – Der Schnee wird immer krasser

Wie eigentlich immer geht es nach dem Frühstück los und draußen lacht bereits die Sonne. Doch das nützt uns wenig, denn kurz nach der Hütte geht es auf der Schattenseite steil bergauf. Schon bald kommen wir am ersten Schnee vorbei und er macht uns etwas sorgen, denn er ist vereist. Doch noch liegt der Schnee nicht auf dem Weg und so hoffen wir das beste und gehen weiter bergauf. Dann wird es etwas weniger steil, aber dafür macht sich der Schnee immer breiter und er ist immer noch vereist. Doch wir gehen weiter, denn umdrehen können wir ja immer noch wenn es doch nicht mehr geht. Wenig später wird es wieder steiler, ich packe meine Kamera in den Rucksack und versuche einfach mal ob es geht. Es ist brutal anstrengend. Ich hacke mit viel Kraft die Spitzen meiner Bergstiefel in das weiße Zeug um eine kleine Stufe zu erhalten, dann steche ich die Spitzen der Stöcke rein und so arbeite ich mich langsam nach oben. Ich traue mich kaum nach unten zu sehen, nur immer wieder einen kurzen Blick zu meinem Vater gibt es. Ja, er ist ok. Ich kämpfe mich immer weiter nach oben. Jetzt bloß nicht abrutschen. Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, erreiche ich einen Steinhaufen. Endlich ich kann einmal durchatmen, neue Kraft und neuen Mut tanken. Doch wir sind noch nicht oben und runter gehe ich freiwillig nicht mehr! Also weiter. Dann wird es endlich weniger steil. Jetzt müssen wir „nur“ noch einen Kessel durchqueren und nach einem letzten kurzen Anstieg haben wir den Pass erreicht. Hier beschließen wir das wir uns eine Pause verdient haben. Dann geht es wieder steil bergab und wie immer ist auf dieser Seite kaum noch Schnee. Anfangs geht es durch Schotter, später auf einem Schmalen und sehr interessanten Pfad in ein Tal das deutlich weniger Rau ist als die anderen Täler. Irgendwann erreichen wir dann den Wandfuß, jetzt geht es an einem Bach entlang durch schöne Wiesen weiter. Hier ist es auch nicht mehr so steil und so wandern wir jetzt gemütlich weiter. Bald tauchen wieder Gebäude vor uns auf. Es ist das Refugio Baita Adamé und zwei weitere kleine Häuschen. An diesen geht es vorbei, wir folgen weiter dem Bach und langsam begegnen wir auch den ersten Menschen und Tieren. Etwas später geht es an einer Alm vorbei und immer mehr Tiere Kreuzen unseren Weg. Dann taucht vor uns an einem Stausee wieder ein Gebäude auf. Es ist unser Tagesziel, das Refugio Citta di Lissione. Noch scheint hier die Sonne und so machen wir es uns auf der Terrasse bequem. Die Hütte liegt direkt an einer Landschaftskante und es gibt von hier eine tolle Aussicht. Doch als es kühler wird und dunkle Wolken über den Berg ziehen beschließen wir rein zu gehen. Diesmal sind wir nicht die einzigen Gäste auf der Hütte, es ist außer uns eine weitere Familie hier. Beim Abendessen passiert dann etwas das ich so weder aus dieser Gegend noch sonst irgendwoher kenne, wir werden ignoriert. Ich bekomme keinen zweiten Gang und wir beide bekommen keine Nachspeise, es wird nicht gefragt ob wir noch irgendetwas wollen. Wir werden einfach links liegen gelassen und die andere Familie wird ganz normal bewirtet. Wir versuchen uns davon nicht die Stimmung vermiesen zu lassen und planen die nächsten Tage bevor es ins Bett geht.


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Tag 5 – Zurück in die Zivilisation

Am nächsten Morgen ging es wie immer zum Frühstück und hier erlebten wir eine Überraschung. Denn diesmal war der alte Hüttenwirt da, er ignorierte uns nicht und er kümmerte sich hervorragend um uns. Da uns die Sache mit dem Schnee so langsam zu viel wird und für den nächsten Tag außerdem schlechtes Wetter angesagt war, beschlossen wir ins Tal abzusteigen. So ging es nach dem Frühstück los und als wir aus der Hütte kamen war fast nichts zu sehen, da wir uns mitten in den Wolken befanden. Doch davon ließen wir uns nicht abhalten und zogen los. Wir hatten beschlossen nicht den direkten Weg nach unten ins Tal zu nehmen sondern nach links weg am Hang entlang. Das funktionierte auch eine Zeit lang ganz gut und so wanderten wir auf einem schmalen Pfad ohne große Höhenänderung entlang. Nach kurzer Zeit lag das erste Hindernis vor uns. An einem Wasserfall mussten wir ein wenig klettern um über diesen und das darunter liegende Schneefeld zu gelangen. Dann ging es wieder eben weiter. Doch je weiter wir gingen desto unwegsamer wurde es. Immer mehr Gebüsch versperrte uns den Weg und schon bald war es kaum noch möglich durchzukommen. Da wir keine Lust hatten uns Stundenlang durch Gebüsch zu quälen drehten wir wieder um und gingen zurück zur Hütte. Diese lang inzwischen nicht mehr im Nebel, denn die Wolken sind aufgestiegen. Vom Refugio Lissone führte uns jetzt ein schmaler und schöner Pfad über viele Serpentinen steil bergab. So gelangten wir relativ schnell ins Tal. Hier ging es auf einem Forstweg weiter an einem Bach entlang in Richtung Zivilisation. Jetzt geht es zwar nicht mehr ganz so steil bergab aber dennoch immer weiter nach unten und schon bald kommen wir an den ersten Gebäuden vorbei. Dann erreichen wir die erste Ortschaft, jetzt geht es am Straßenrand weiter, dafür geht es die meiste Zeit nur noch leicht bergab. So wandern wir durch mehrere Orte immer weiter aus dem Tal heraus. Es geht immer weiter und weiter an der Straße entlang und zieht sich extrem. So langsam verlässt uns die Lust und die Füße schmerzen, doch es hilft nichts wir müssen weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit erblicken wir das Ende vom Tal, jetzt müssen wir „nur noch“ runter und die vielen Serpentinen ziehen sich wieder. Dann endlich haben wir den Ort Cedegolo erreicht. An der Hauptstraße entlang geht es durch den Ort in Richtung Bahnhof. Da wir hier nirgends ein Hotel sehen können laufen wir weiter. Am Bahnhof angekommen sehen wir das der Zug nach Edolo, dem Ort wo wir hin wollen/müssen, in 50 Minuten fährt. So kaufen wir die Fahrkarten und stellen dabei fest das wir richtig Glück haben, denn der Zug hat Verspätung und sollte eigentlich schon weg sein. Dann taucht ein schicker alter Zug auf und so geht es durch ein interessantes Tal nach Edolo. Im Zentrum von Edolo checken wir im ersten Hotel ein das wir erblicken. Endlich raus aus den Bergstiefeln und was noch besser ist Duschen! Das tat unbeschreiblich gut. Doch wir wollen uns ein wenig im Ort umsehen und irgendwo was zu Abend essen, also müssen wir wieder in die inzwischen nicht mehr so gut riechenden Schuhe. Im Ort entdecken wir einen Schuhladen und dort kaufen wir uns jeder ein Paar Sandalen. Ihr glaubt nicht wie gut das tat aus den Stiefeln raus zu kommen. So setzten wir unsere Runde durch den Ort fort, bevor es zurück ins Hotel zum Abendessen ging. Nach dem Essen studierten wir die Karte und checkten dank Wlan das Wetter.


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Tag 6 – Zurück in die Berge

Wieder begann der Tag für uns mit dem Frühstück, anschließend hieß es die inzwischen nicht mehr ganz so frisch riechenden Bergschuhe anziehen und den schweren Rucksack schultern. Dann ging es wieder los. Wir wanderten durch mehrere Orte bergauf in Richtung Natur. Dabei führte unser Weg durch einige sehr schöne und malerische Bergdörfer. Es schein fast so als wäre hier die Zeit stehen geblieben. Nach einiger Zeit verließen wir die Ortschaften und es ging im Wald weiter. Ein schmaler Pfad führte uns immer weiter steil bergauf. Hin und wieder ging es an einigen Lichtungen mit sehr schönen, aber einsamen Häusern vorbei und auch an zwei Picknickplätzen führte unser Weg entlang. Nach dem zweiten ging es ein kurzes Stück auf einer Straße weiter, doch für uns endete diese bald wieder nach einer Brücke. An dieser waren wieder die Zeichen der Wasserkraft deutlich zu sehen, denn unter ihr liefen zwei Rohre steil uns Tal. Auf einem schmalen Pfad ging es jetzt weiter durch lichten Wald und es dauerte nicht lange bis wir erneut auf eine Lichtung stießen. Hier standen mehrere kleine Hütten und es gab eine tolle Aussicht auf das Tal sowie die umliegenden Berge. Als wir bereits weiter gehen wollten stellten wir fest das es sich hier um unser Tagesziel handelte. Es war das Refugio Magla Stein und dieses besteht nicht wie die meisten Hütten aus einem Gebäude sondern es gibt hier ein etwas größeres Gebäude in dem sich der Gastraum befindet und weitere kleine Schlafgebäude. Wir bekamen eines dieser kleinen Gebäude und legten dort unsere Sachen ab, dann ging es wieder zum Hauptgebäude wo wir uns erst einmal etwas Pasta in der Sonne gönnten. Als wir beim Essen saßen gesellten sich einige Schmetterlingen zu uns, diese machten es sich auf unseren Füßen, Händen und Ohren bequem. Doch irgendwann begann sich die Sonne langsam zu verabschieden und wir konnten beobachten wie dunkle Wolken von den gegenüberliegenden Bergen durch das Tal zu uns zogen. jetzt wurde es immer dunkler und schon bald war kaum noch etwas zu sehen. Dann begann es zu gewittern, daher machten wir es uns in unserem Häuschen bequem. Irgendwann als der Regen nachgelassen hatte ging es zum Abendessen in das Haupthaus und später, immer noch im Regen, ging es zurück zu unserem Nachtquartier.


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Tag 7 – Abschied von einer tollen Gegend

Als wir am nächsten Morgen zum Frühstück ins Haupthaus gingen schien bereits die Sonne, doch um uns herum lag noch der Nebel. Als wir dann nach dem Frühstück diese tolle Hütte wieder verließen sah es noch freundlicher aus. Direkt hinter dem Haupthaus ging es dann wieder in den Wald. Ein schmaler Weg führte uns jetzt erst einmal ein Stück leicht bergab, bevor es nach einer Kreuzung wieder leicht bergauf ging. So wanderten wir einige Zeit knapp unter der Baumgrenze am Hangrand entlang zum Ende von diesem Tal. Da die Pflanzen am Wegrand vom gestrigen Regen noch nass sind und diese immer wieder an unsere Hosen streifen, haben wir bald nasse Hosenbeine und langsam zieht die Feuchtigkeit in die Schuhe. Dann ging es steil bergauf zu unserem letzten Pass, dieser war gleichzeitig auch der niedrigste Pass unserer Tour. Oberhalb der Baumgrenze schlängelte sich jetzt ein Pfad durch Wiesen und Gestrüpp immer weiter nach oben und mit jedem Höhenmeter wurde die Aussicht noch besser, doch auch hier schleicht sich immer mehr Feuchtigkeit in die Schuhe. Kurz bevor wir den Pass erreicht hatten war bereits das kleine Biwakhäuschen, welches ein kleines Stück neben dem Pass steht, zu stehen. Wenig später hatten wir auch schon den Pass erreicht. Es ist übrigens der erste Pass in dem wir nicht mit Schnee in Berührung kommen. Von hier gab es jetzt einen neuen fantastischen Ausblick, doch bevor wir diesen genießen konnten wollten wir uns das Biwak noch ansehen. So gab es eine kurze Pause im Biwak, bevor es zurück zum Pass und dann steil nach unten ging. Ein schmaler Pfad führte uns jetzt schnell runter in ein malerisches Tal. In diesem Tal flossen kleine, kristallklare, leicht bläuliche Bäche durch saftig grüne Wiesen und dahinter türmen sich steile und schroffe Berge an deren Flanken noch Schnee hängt. Es war einfach unbeschreiblich schön hier. So wanderten wir jetzt durch dieses Tal immer leicht bergab auf eine Landschaftskannte zu. Es ging vorbei an blühenden Alpenrosen, an einer kleinen Hütte und über eine Brücken zu einem schönen Bergsee. Je weiter wir dabei in dieses Tal vordringen desto mehr Menschen begegnen uns. Dann geht es auf einem schmalen Weg an dem See entlang, bis wir kurz nach ihm an der Landschaftskannte auf eine Hütte stießen. Es ist das Refugio S.Occhi all Aviolo und da Pasta eigentlich immer geht gibt es hier gleich Mittag. Nach der Pause geht es hinter der Hütte steil bergab. Ein schmaler Pfad schlängelt sich nach unten und schon bald erreichen wir die Überreste der Bergstation einer Seilbahn. Dann wird es noch steiler und so geht es immer weiter bergab, bis unter die Baumgrenze. Nach dem es einige Zeit nach unten ging erreichen wir einen Parkplatz, hier befinden sich auch die Überreste der Talstation. Nach einem letzten Blick nach oben, wo wir herkommen, geht es auf einem Waldweg ein paar Meter neben der Straße weiter. Wir freuen uns sehr das es nicht mehr so steil ist und nur leicht bergab geht. Es dauert nicht besonders lange dann erreichen wir eine Lichtung. Hier befindet sich das Refugio Alla Cascata. Eigentlich sollte es unser Tagesziel sein, doch da es erst früher Nachmittag ist beschließen wir weiter zu gehen und uns in Tèmu ein Hotel zu suchen. Leider, oder wie sich später rausstellt zum Glück, gibt es von hier nur eine Straße nach unten ins Tal und so wandern wir auf Asphalt weiter. Nach wenigen Metern hält plötzlich ein Auto neben mir und der Fahrer fragt mich etwas. Leider verstehe ich kein Italienisch und somit auch nicht was der Mann von mir will. Zum Glück schaut das bei meinem Vater schon anders aus, der Mann fragt ob er uns mitnehmen soll. Da wir keine Lust auf eine normale Straße haben nehmen wir sein Angebot dankend an. Auf der fahrt stellt sich raus das er selber Bergsteiger ist und so interessiert er sich sehr für unsere Tour. Er nimmt sogar einem Umweg auf sich und fährt uns bis zum Auto. Aber das ist noch nicht genug des guten, er erzählt einem Freund von ihm gehört ein Hotel und er organisiert uns sogar noch ein Zimmer. Auf dem Weg zum Auto stellten wir fest das es noch extrem weit gewesen wäre und so sind wir glücklich über diesen tollen Zufall. So lassen wir den letzten Abend unserer Reise im Hotel ausklingen, bevor es am nächsten Tag zurück zu Frau und Kind geht.


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über Markus

Markus ist ein leidenschaftlicher Bergsteiger, Fotograf und Blogger. So oft es irgendwie geht zieht es ihn in die Natur. Aus dieser Leidenschaft heraus hat er den Outdoor-Blog.org ins Leben gerufen, hier berichtet er von seinen kleinen und großen Abenteuern.

One Reply to “Eine Woche im Adamello Park”

  1. Danke Markus für diesen interessanten Bildbericht.Ich habe ihn mit Begeisterung gelesen und mir war,als ob ich neben euch ginge.Ich war zwei mal eine Woche in der Brenta,da blickte ich immer sehnsüchtig zum Adamellogebiet.Liebe Grüße aus Österreich.

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