Der Karwendelmarsch 2015

Als ich das erste mal vom Karwendelmarsch gehört hatte war mir sofort klar das ich daran teilnehmen möchte. Beim Karwendelmarsch geht es entweder 35 oder 52 Kilometer quer durch das Karwendel. Es wird in drei Disziplinen gestartet, laufen, wandern und Nordic walking. Ich habe mich natürlich zum wandern angemeldet und wer mich kennnt weiß genau das ich auch die gesamte Strecke gehen möchte. Dann war es endlich soweit, es war der Tag vor dem Karwendelmarsch und ich fuhr zum Ziel in Pertisau am Achensee. Denn mein Plan war im Auto zu schlafen und um 4 Uhr mit dem Bus zum Start zu fahren. Das hat auch wunderbar funktioniert, kurz vor 4 Uhr war ich am Bus und dieser fuhr wenig später auch schon los. Kurz nach 5 Uhr hatte der Bus bereits das Startgelände in Scharnitz erreicht. Ich hatte noch mehr als genug Zeit um meine Startnummer zu holen und mich in Richtung Start zu begeben. Langsam wurde es hell und es war endlich soweit. Der Karwendelmarsch wurde um 6 Uhr morgens mit einem Kanonenschuss gestartet. Jetzt machten sich 2500 Menschen auf den Weg, dabei machten die Läufer den Anfang. Im Ort war das ganze noch stark zusammengequetscht aber das änderte sich bald. Es bildeten sich kleine Gruppen welche durch das Tal am Karwendelbach entlang wanderten. Noch war es hier recht kühl und es war einfach gigantisch zu beobachten wie die Sonne langsam die Bergspitzen um einen herum erhellte. Nach einiger Zeit war dann die erste Labestation erreicht. Ich war total überrascht das die ersten 9,6 Kilometer so schnell geschafft waren. Nach dem ich getrunken und mich mit Bananen gestärkt hatte ging es weiter. Eine ganze Zeit lang wanderte ich ohne großen höhengewinn, doch dann schlängelte sich der Weg immer steiler nach oben. Etwas unterhalb vom Karwendelhaus war dann die zweite Labestation erreicht. Jetzt waren bereits 18,2 Kilometer zurückgelegt. Jetzt ging es erst einmal wieder bergab in Richtung kleiner Ahornboden. Mitten in dieser eindrucksvollen Gegend stand dann auch schon die dritte Labestation. 24,2 Kilometer geschafft. Nach einem Schlänker durch den Ahornboden wurde es wieder steil. Jetzt begann der Aufstieg zur Falkhütte. Die Sonne brannte auf mich runter aber (noch) war das kein Problem, nur hatte ich da Gefühl das die Zeit langsam knapp wird. Dann war die Hütte erreicht und somit die 4. Labestation. Jetzt waren 30,2 Kilometer und somit über die hälfte geschafft. Da mir die Zeit im Nacken saß gab es nur schnell etwas zu trinken und weiter ging es. Der Weg ging jetzt am Fuß der Laliderer Riesen entlang auf einem Schotterweg. Doch hier gab es endlich Schatten, eine wohltat. Doch das war bald wieder vorbei und es begann der Abstieg in den Großen Ahornboden. Ein teilweise recht ausgewaschener und steiler Weg führte mich immer weiter in die Eng. Der Weg zog sich und die Zeit machte mir immer mehr sorgen. Dann war irgendwann die Labestation zu sehen, welche ich dann auch ziemlich geschafft erreichte. Ich zitterte und bei dem Versuch etwas zu essen ist mir schlecht geworden. Daher habe ich gehofft erst einmal Pause machen zu können und war am überlegen ob ich hier aufhören soll. Doch ich wollte nicht nach 35,9 Kilometern aufhören sondern die gesamte Strecke gehen. Als die Durchsage kam das gleich niemand mehr auf die Strecke gelassen wird raffte ich mich auf, holte noch etwas zu Trinken und ging weiter. Jetzt wurde es noch einmal richtig steil. Zum Glück boten die Bäume hier etwas Schatten und bald war auch die 6. Labestation erreicht. Ich hatte jetzt bereits 38,4 Kilometer hinter mir. Doch auch hier war nicht viel mit Pause machen. Die Helfer an der Station waren bereits dabei das Pavillon abzubauen und die Schlussläufer erreichten die Station. Also weiter. Auf dem Stück bereute ich meine Entscheidung weiter zu gehen. Es war brutal, der Weg schlängelte sich mitten in der Sonne durch Latschen steil bergauf. Immer wieder saßen Leute am Rand und auch ich musste viele Pausen machen. Ich wollte nicht mehr, doch immer wieder raffte ich mich auf und trottete weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit war dann endlich der höchste Punkt erreicht. Mir war jetzt alles egal, ich wollte nur noch sitzen und das tat ich auch. Zum Glück gab es hier Schatten. Immer mehr erreichten die Stelle und die wenigsten sahen besser aus als ich. Dann kamen auch die Schlussläufer hier an und nach einiger Zeit ermunterten sie die Leute doch weiter zu gehen. Es half ja nix hier oben konnte ich nicht bleiben also ging es weiter nach unten. Die Labestation am Gramai Hochleger war ja auch schon zu sehen. Dort angekommen waren es bereits 41,5 Kilometer welche ich geschafft hatte. Jetzt hieß es viel Trinken und mein Wasser auffüllen. Doch auch hier konnte ich nicht bleiben. Also weiter, es ging jetzt steil bergab. Die Gegend war toll, was ich allerdings zu diesem Zeitpunkt kaum interessierte. Langsam erholte ich mich und es ging immer besser. Dann war die Labestation an der Gramaialm erreicht. 44,5 Kilometer geschafft. Das viele trinken hat geholfen, inzwischen lief es wieder bei mir und ich konnte mich auch wieder unterhalten. Weiter ging es zur Falzturm Alm, wo sich die letzte Labestation befand. Inzwischen habe ich schon 48,2 Kilometer überstanden und war wieder bester Laune. Voller Freude es doch noch ins Ziel zu schaffen ging es jetzt recht gemütlich dahin. Immer wieder Standen Schilder mit den verbleibenden Kilometern. Inzwischen hatte sich eine nette Gruppe gebildet welche gemeinsam ins Ziel gehen wollte. Dann erreichten wir Pertisau, jetzt nur noch durch den Ort. Im Ort jubelten uns immer wieder Passanten zu. Dann war es vor uns, das Ziel. Gemeinsam marschierten wir durch. Somit habe ich 52 Kilometer und 2281 Höhenmeter geschafft. Der Karwendelmarsch war vorbei. Die letzten (wir) hatten das Ziel erreicht. Geschafft und überglücklich nahm ich meine Medaille in Empfang. Jetzt gab es erst einmal eine ordentliche Pause und was zu essen. Dann ging es zum Auto welches ja bereits in der Nähe stand.
Ich möchte an dieser Stelle noch Danke an alle sagen die es ermöglichen das solch ein Event stattfinden kann. Es braucht sehr viel an Organisation und noch mehr Helfer. Danke Euch allen die Ihr das erst ermöglicht habt!

über Markus

Markus ist ein leidenschaftlicher Bergsteiger, Fotograf und Blogger. So oft es irgendwie geht zieht es ihn in die Natur. Aus dieser Leidenschaft heraus hat er den Outdoor-Blog.org ins Leben gerufen, hier berichtet er von seinen kleinen und großen Abenteuern.

4 Replies to “Der Karwendelmarsch 2015”

  1. Sehr netter Artikel. Klingt insgesamt echt heftig! Bin froh, dass ich nicht der einzige bin der gerne solche Herausforderungen annimmt. :) Bin übrigens neu hier und finde es echt top, dass es noch solche authentischen Blogs gibt. Landet gleich mal in meinen Bookmarks!

    Grüße Mike

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